Ich arbeite in meinem Atelier auf dem Land, in einem uralten Kiefernwald. Erdbeeren und Waldmaiglöckchen wachsen direkt vor meiner Tür. Ich erwache mit dem Gesang der Vögel und genieße die kristallklare, nadelduftende Luft. Die sanfte Waldsonne wärmt mich im Sommer, und im Winter verwandelt weißer Schnee unsere Gegend in eine Märchenwelt. Es ist schwer, einen passendere Ort für Kreativität zu finden. Und in meinem Moskauer Atelier, das sich im historischen Zentrum befindet, vereinbare ich Treffen, veranstalte Ausstellungen und „Wohnzimmerkonzerte“ und lebe einfach mit meinem geliebten Ehemann – einem Künstler.
Meine Inspiration sind die Künstler der Vereinigung „Мир искусства“ und andere, die zu dieser Zeit tätig waren – Vrubel, Borisov-Musatov, Korovin, Roerich, Kustodiev, Golovin, Bakst, Erté. Ihre Stilistik, ihre ästhetischen Ideale, ihr Historismus und vor allem ihre Theatralik sind mir nah, denn ich bin Bühnenbildnerin von Beruf und betrachte die „Russischen Saisons in Paris“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Triumph der russischen Kunst – als Höhepunkt von Schönheit, Meisterschaft und Eigenständigkeit in der Synthese von Theater und Malerei, Ballett und Musik, Oper und glänzenden Dekorationen...
Viele meiner Lehrer an der Schule-Studio des MCHAT (Universität) arbeiteten noch mit Stanislawski zusammen und vermittelten uns die Ansätze und Prinzipien der Meister der Blütezeit der russischen Kunst, wodurch ein lebendiger Generationenfaden entstand – ihre Lektionen sind für mich von unschätzbarem Wert.
Ich arbeite in verschiedenen Stilen und Genres: Malerei, Grafik, Kunstobjekte, Autorendesign. Alles wie im Theater, wenn ein neues Stück neue Ausdrucksmittel verlangt. Und ich wechsle die Richtungen und Stilistiken, inszeniere in meinem kreativen Leben immer neue und spannende „Inszenierungen“. Moderne Malstile interessieren mich sehr; nicht alle akzeptiere ich, aber viele gefallen mir durch ihre Freiheit, ihren Humor, ihre Mystifikation, ihre unerwartete und lebendige Selbstentfaltung.
Einer der Kuratoren meiner Ausstellungen gab mir die Bezeichnung „Begeisterte Künstlerin“. Dem stimme ich zu! Und ich wünsche mir, dass diese Begeisterung, die Bewunderung für die umgebende Welt und die Kunst immer in mir und in meinen Werken lebendig bleibt!