Oleg Maiorov
Um die Aufmerksamkeit der Betrachter zu gewinnen, wird Künstlern empfohlen, ausführlicher darüber zu berichten, wo und von wem sie gelernt haben, an w ...
Mehr erfahren...Artikel: OM-202577-273
Größe: 40 x 24 cm
Illustrationen zu der Autorensammlung von Gedichten „Оператор Калейдоскопа“.
ERLÄUTERNDER ANMERKUNG
„КАЛЕЙДОСКО/P, -а, m. Ein optisches Gerät, in dem man schnell wechselnde, vielfältige, bunte Muster beobachten kann“.
(S.I. Ožegov, Wörterbuch der russischen Sprache)
Hier: ein Symbol für die tiefe Betrachtung unzähliger Schätze des unaufhörlich rotierenden Universums; die Verkörperung des „passiven“ Anfangs des Seins – des unbeteiligten, unparteiischen göttlichen Geistes, der aus den Dämmerungen des Saals das grandiose Schauspiel auf der Bühne des Theaters namens Kosmos beobachtet.
„ОПЕРА/ТОР2, -а, m (Fachspr.). Eine Person, die bestimmte Produktionsprozesse oder Operationen durchführt (der Begriff ist Bestandteil zusammengesetzter Wörter, z. B. Tonoperator, Filmoperator)“.
(S.I. Ožegov, Wörterbuch der russischen Sprache)
Hier: ein Symbol für die kreative Durchdringung durch eben diese „Person“ des Prozesses ihrer Präsenz in Raum und Zeit; ein Symbol für den „aktiven“, schöpferischen Anfang der alldurchdringenden Energie des Kosmos, offenbart durch den Menschen.
Alles zusammen – ОПЕРАТОР КАЛЕЙДОСКОПА – eine inspirierte, kreative, schöpferische Betrachtung; der göttliche Geist, der zufrieden, unermüdlich und unablässig das allgegenwärtige, ununterbrochene Wirken seiner eigenen schöpferischen Kraft betrachtet, – also ein Zustand, nach dem ich mit meinem ganzen Wesen strebe und zu dem ich allen helfen möchte, die es wünschen.
Hier eine kurze Zusammenfassung der Bedeutung, die im Titel des Buches steckt, dessen Inhalt eben diesen Titel angeregt hat. Und obwohl ich bezweifle, dass dies zur positiven Einschätzung meiner „Werke“ beiträgt, gestehe ich ehrlich und gleich ein: Es gibt kein einziges Wort Fiktion darin. Wobei ich – zumindest zum Andenken an die leidenschaftliche Bitte einer Figur Nabokovs, nur der Fiktion treu zu bleiben – nichts grundsätzlich gegen Fiktion oder deren Synonyme habe.
Es ist einfach so entstanden.
Denn, wie es mir als Laie erscheint, ist für irgendeine halbwegs erfolgreiche künstlerische Fiktion zumindest irgendein künstlerisches Konzept notwendig. Aber als aus meinem Dasein wie Feuchtigkeit aus der Luft geduldig kleine Zettelchen mit gedichtähnlichen Ausdrücken des Seelenzustands hervorgingen, war von einem Konzept für Fiktion keine Spur. Außerdem förderte die unerschütterliche Überzeugung, dass das Verfassen von Gedichten nach Achmatowa, Brodsky, Woloshin, Pasternak… nicht nur sinnlos, sondern fast schon sakrilegisch sei, wie Sie verstehen, keineswegs die Entwicklung eines gesunden Keims kreativen Ehrgeizes. (Übrigens sehen diese Keime, obwohl sie inzwischen gekeimt sind, immer noch ziemlich schwach aus.)
Deshalb habe ich mich keineswegs für meine „gotteslästerliche Kühnheit“ geschämt, plötzlich und unerwartet die malerischen Eindrücke vom Anblick des ersten November-Schnees zu reimen, so wenig wie ich mich schämte, unter der Dusche Beatles- und „Машины времени“-Lieder zu singen. Und wer ohne diese Sünde lebt, soll mir gern eine salzige Tomate zuwerfen! Wenn ich mit so einem Repertoire, mit meinen Ohren, die die Spuren einer Bären-Unachtsamkeit tragen, direkt von der Badewanne auf die Bühne gegangen wäre… Und was dann? Nichts Schlimmes, wie sich herausstellte! Ich kehrte hinter die Kulissen zurück unter zustimmendem Applaus, ohne einen einzigen Tomatensaftfleck auf dem Anzug, und das, wie man sagen muss, nicht, weil sie daneben geworfen hätten!
Gerettet hat mich wohl die Tatsache, dass ich, nachdem ich unter der Dusche geprobt hatte, mich abgetrocknet und ordentlich angezogen habe und zudem rechtzeitig und vernünftig auf die Absicht verzichtete, Werke von Lennon-McCartney aufzuführen, obwohl man mir schon lange wegen äußerlicher Ähnlichkeit mit John schmeichelte (sogar meine eigene Mutter hielt ihn einmal auf einem Foto für ihren eigenen Sohn) und ich das berühmte „Girl“ ziemlich gut vortrug. Seit etwa fünf Jahren, seit dem Tag, an dem das erste Notizbuchblatt unter den Zeilen über die Weiße des ersten Schnees seine Weiße verlor, habe ich die Möglichkeit, die Großen – sowohl die im Bose ruhenden als auch die noch lebenden – nicht zu stören, indem ich erfolgreich Gedichte eigenen Schaffens vortrage.
Seitdem sind weitere zweimal fünf Jahre vergangen, und in all dieser Zeit drang aus meinem Leben auf nun überwiegend eigens bereitgestelltes Papier alter, unvollendeter Notizbücher über Philosophie und technische Mechanik Poesie hervor, die sich „kondensiert“ hat und schließlich vier eigenständige, tief empfundene Bücher ergeben hat, ebenso eigenständig und tief empfunden wie die gelebten Jahre, die sie geformt und illustriert haben, in denen trotz fehlender künstlerischer Fiktion doch ein Konzept erkennbar wurde: ein einfaches und klares Konzept göttlicher Schöpfung, gespiegelt in einer einzelnen, aber nicht vom Ganzen losgelösten gewöhnlichen menschlichen Seele, die zumindest gelegentlich für die Pracht dieser Schöpfung offen ist und diese Pracht mit allen ihr bekannten Mitteln auszudrücken sucht.
So gut sie kann, das heißt von ganzem Herzen.
Zustand des Kunstwerks:
Perfekt
Jahr der Entstehung des Gemäldes:
2004
Werktyp:
Einzelarbeit
Stil:
Illustration
Technik:
Bleistift
Oberfläche:
Papier
Thema:
Phantasie
Größe:
Klein
Breite:
40 cm
Höhe:
24 cm
Einrahmung:
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